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Gerlinde 02-09-2018 23:15

Verpflichtungserklärung
 
Hallo!

Die chinesische Freundin meines Cousins hat vor kurzem das Bleiberecht für 5 Jahre zugesprochen bekommen. Jetzt möchte sie ihren minderjährigen Sohn nachholen.
Da mein Cousin nicht genug verdient, erwartet er nun, dass meine Tante eine Verpflichtungserklärung abgibt, um dieses Kind nach Österreich zu bekommen.
Jetzt mache ich mir große Sorgen, welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen auf meine Tante zukommen würden, sollte sie seinem Drängen nachgeben, nachdem das Kind Österreich ja nicht mehr freiwillig verlassen wird.
Ich hoffe, dass mir jemand in diesem Forum Auskunft darüber geben kann!
Vielen Dank schon im voraus!

Küchenjurist 02-10-2018 02:53

Ein Bleiberecht für 5 Jahre gibt es nicht und ich hab keine Lust, zu raten, was die Eltern nun wirklich haben.
Ein Besuchsvisum wird vermutlich bereits an der Annahme mangelnder Rückkehrbereitschaft scheitern und damit stellt sich auch die Frage nach einer Verpflichtungserklärung nicht.
Für einen regulären Familiennachzug muß das Einkommen der Eltern passen, eine Haftung durch Dritte ist nicht zulässig, höchstens eine Schenkung oder ein notarieller Unterhaltsvertrag.
Zu den Haftungsfolgen einer Verpflichtungserklärung wurde hier schon einiges geschrieben, inwieweit das alles auch im Fall eines Minderjährigen zum Tragen kommt, ist fraglich; allerdings sollte man die "Kreativität" verzweifelter Eltern nicht unterschätzen und im Fall eines Asylantrages kann so eine Verpflichtungserklärung richtig teuer werden, auch schon im Aufenthaltsbeendigungs- bzw. Bleiberechtsverfahren fallen zB Dolmetschkosten an, die vom Verpflichteten zu ersetzen sind, und im Krankheitsfall bei unzureichender Versicherung ebenfalls. Eine Verpflichtungserklärung ist auch nicht widerrufbar.


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