Das Forum für Ausländer & Migranten in Österreich

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-   -   Bescheinigung des Daueraufenthalts für Bulgaren, noch vor 01.01.2006 angemeldet (http://www.auslaender.at/forum/beratung-aufenthalt-%C3%96sterreich/18162-bescheinigung-des-daueraufenthalts-f%C3%BCr-bulgaren-noch-vor-01-01-2006-angemeldet.html)

Amidala 03-24-2019 18:23

Bescheinigung des Daueraufenthalts für Bulgaren, noch vor 01.01.2006 angemeldet
 
Hallo,
ich suche schon lange Infos, jedoch konnte ich bisher leider nur sich widersprechende Aussagen finden.Ich bedanke mich ganz herzlich im Voraus für die Antworten. Ich habe festgestellt, dass es sehr viele Menschen gibt, die so wie ich, denken, dass sie so lange da sind, studiert haben, jetzt arbeiten, also es ist alles vollkommen in Ordnung, bis halt man mit dem Thema konfrontiert wird.
Ich bin bulgarisch, seit Oktober 2005 in Wien wohnend. Habe mich vor kurzem beim Beratungszentrum für neue EU-Bürger informiert wie genau vorzugehen ist, da geplant ist, dass meine Mutter in ca. einem Jahr nach Wien zieht, wir hatten vor, sie als Angehörige anzumelden. Man wird mich anscheinend ganz genau kontrollieren, wenn ich unterschreibe, dass ich für sie aufkommen werde. Angeblich brauche ich eine Bescheinigung des Daueraufenthalts. Dazu einige Fragen:
1. Ich bin seit Okt. 2005 in Wien gemeldet, habe nur Meldezettel, keine Anmeldebescheinigung, das ist doch in Ordnung?

Zu den fünf Jahren ununterbrochener rechtsmäßiger Aufenthalt:
Meldezettel ist ununterbrochen, jedoch:
2. Stimmt es, dass sie Infos zu meinem Visum von damals verlangen dürfen? Können sie nicht selber nachschauen? Auf dem Antrag sind diese auch auszufüllen (Punkt 36). Kann ich bei dem MA 35 Einsicht in meine Akte verlagen, sodass sie mir die Nummer diese Studentenvisas bestätigen?

Die Visas habe ich nicht mehr, diese musste man zurückgeben, und seitdem habe ich auch einen neuen Pass.
Bin als Studentin gekommen, damals mit Studentenvisum für 6 Monate, ausgestellt von der österreichischen Botschaft, in Dezember 05 habe ich Pass mit Visum verloren, Verlustmeldung habe ich nicht mehr, danach habe ich jedoch ein Duplikat erhalten. In 2006 habe ich eine Verlängerung bei der Fremdenpolizei beantragt, die war glaube ich ein Jahr gültig, danach ist das Jahr 2007 gekommen. Ich habe gesucht, aber keine Kopien von den Unterlagen damals gefunden, kann das tatsächlich zu einem Problem werden?


Mein Versicherungsdatenauszug weist folgendes aus:
26.10.05-31.03.14 Selbstversicherung als Studierende (Studium 2011 abgeschlossen, danach ein weiteres inskribiert)
(gleichzeitig zu der Selbstversicherung: 19.03.07-28.03.07 und 14.05.07-06.03.08 geringfügig, war aber ohne Beschäftigungsbewilligung, da der AG die Beschäftigungsbewilligung nicht beantragt, mich jedoch bei der WGKK gemeldet hat)
31.03.14 – 27-04.14 Lücke, da ich mich blöderweise gleich nach der Arbeitszusage bei der WGKK abgemeldet habe
28.04.14-30.11.15 angestellt
01.12.15-18.12.18 Urlaubsabfindung und Urlaubsentschädigung
19.12.15-28.12.15 Lücke, da AMS bei Kündigung durch den AN erst ab der vierten Woche zahlt
29.12.15-06.03.16 Arbeitslosengeld
07.03.16-31.10.17 angestellt, danach habe ich gekündigt
01.11.17 Lücke, da dies ein Feiertag war und der neue AG mich ab dem 02.11. angestellt hat
02.11.17-laufend angestellt
3.. Ist es richtig, dass sich Lücken aus einem Tag auch als schädlich erweisen können?
4. Kann ich mit solchen Daten die Bescheinigung überhaupt beantragen?
5. Ich habe gelesen, dass die fünf Jahre bei EU-Bürger retrospektiv bewiesen werden müssen, kann ich dann die Jahre des Studiums heranziehen?
6. Wie fatal kann nach so einer langen Zeit die geringfügige Beschäftigung ohne Arbeitsbewilligung sein?

Vielen Dank nochmals und liebe Grüße

Küchenjurist 03-24-2019 23:02

Für die Nachholung Ihrer Mutter benötigen Sie kein Daueraufenthaltsrecht, sondern lediglich einen rechtmäßigen Aufenthalt.

Die Rechtmäßigkeit des Aufenthalts von Unionsbürgern richtet sich nach Artikel 7 der Unionsbürger-Richtlinie 2004/38/EG, werden die dort festgelegten Bedingungen fünf Jahre lang erfüllt, ensteht das Daueraufenthaltsrecht, dessen einzige Fortbestandsbedingung darin besteht, nicht länger als sechs Monate pro Jahr abwesend zu sein.

Amidala 03-25-2019 16:28

Hallo, lieber Kückenjurist,
danke für die Antwort. Die Richtlinie kenne ich, daher habe ich im Detail alles beschrieben. Ich habe Art. 7 so interpretiert:
Entweder ununterbrochen sozial und krankenversichert, weil angestellt,
oder für die Lücken die ich habe, könnte ich ja nachweisen, dass ich zu der Zeit über genügend finanzielle Mittel verfügt habe, jedoch habe ich kurze Unterbrechungen der Krankenversicherung ( 27 Tage April 2014, 10 Tage Dezember 2015 (zurzeit war ich schon bei AMS gemeldet, sie haben jedoch dadurch, dass ich selber gekündigt hatte, also "freiwillig" arbeitslos geworden bin, die ersten 4 Wochen nach der Kündigung kein Arbeitslosengeld bezahlt, daher auch nicht krankenversichert), d.h. zu dieser Zeit habe ich micht nicht rechtsmäßig in Österreich aufgehalten, oder habe ich es falsch verstanden?
Jedoch habe ich z.B. zw. 2007 udn 2012 die Voraussetzungen als selbstversicherte Studentin bereits erfült, und das würde ausreichen, stimmt es?
Bezüglich Visum für die Zeiten vor 2007, ich nehme schon an, MA 35 kann das doch selber überprüfen, ob alles gepasst hat. Was wird in diesem Fall im Antrag ausgefüllt?

Danke und LG

helpingshands 03-25-2019 23:13

1. ist die AMS-Meldung ausreichend, es würde bei unterlassen nur die Arbeitnehmereigenschaft ins Wanken kommen, aber in der einen oder anderen Woche sind Sie nicht gleich sozialhilfeverdächtig.
2. wird die MA 35 bei einem Antrag auf Bescheinigung des Daueraufenthaltsrechts eher die letzten 5 Jahre ansehen. Wenn Sie da Probleme gehabt hätten, wäre das Argument "ich war aber vor dieser (problematischen) Zeit schon daueraufenthaltsberechtigt, greifen, die Notwendigkeit sehe ich aber nicht - eher würde die MA die Studienzeiten genauer ansehen..

Grüsse
Peter

Amidala 03-28-2019 17:17

Lieber Peter, danke für die Antwort. Am 01.11.17 war ich nicht beim AMS gemeldet....
Würden bei einer Antragstellung die Monate Arbeit ohne Beschäftigungsbewilligung nicht gleich auffallen?
Und bezüglich Aufenthaltstitel Studierende für die Zeit vor 2007, vom Beratungszentrum hat man mir gesagt, wenn ich die Aufenthaltstitel nicht zumindest als Kopie habe, kann es schwierig werden, da MA 35 die Daten von mehreren Personen angeblich nicht im System findet. Ich kanns mir nicht vorstellen, wundert mich aber warum sonst solche Infos weitergegeben werden...Danke vielmals und LG

helpingshands 03-29-2019 18:18

Vergessen Sie Perioden von ein oder zwei Wochen, die im SV-Auszug als Lücken auftauchen; da ist eben "irgendwas schiefgegangen" - niemand meldet sich arbeitssuchend, wenn der nächste Job eine Frage von einigen Tagen ist. Die alten Titel stehen im System - ab 2006 war so gut wie alles bei der MA, davor gäbe es Datenbankeinträge bei der Fremdenpolizei. Und ja, ich bin alt genug bzw. lange genug in dem Geschäft, dass ich das weiß - ersparen Sie mir bitte die Gerüchteküche (egal, wer die gerade anheizt)

LG Peter

Amidala 03-29-2019 19:40

Herzlichen Dank!
Eine letzte Frage: wie ist mit den paar Monaten Arbeit ohne Beschäftigungsbewilligung während der Übergangsfrst (geringfügig, Beträge an die GGK gezahlt) bei der Antragstellung vorzugehen? Die ersten 10 Tage (`07) waren aufgrund eines freien Dienstvertrags, die restlichen 10 Monate (`07-08) nicht.

Küchenjurist 03-29-2019 23:28

Da Sie in dieser Zeit Studentin waren und damit die dritte Alternative nach Artikel 7 der Richtlinie erfüllt haben, kommt es auf eine Erwerbstätigeneigenschaft während dieser Zeit nicht an und somit auch nicht auf eine ordnungsgemäße Zugehörigkeit zum Arbeitsmarkt.
(Abgesehen davon könnten Sie sich zur Rechtmäßigkeit dieser Beschäftigung vermutlich auf das EuGH-Urteil C-15/11, Sommer/Österreich, berufen.)


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