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  #1  
Alt 05-05-2008, 12:08
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: May 2008
Beitraege: 1
walkinlarge is on a distinguished road
Standard Arbeiten in Deutschland, Wohnen in Österreich - Wo Steuern bezahlen

Hallo zusammen,

hab mich bereits etwas umgeschaut bin aber noch nicht ganz schlau geworden.

Folgende Situation:

Ich habe in Lindau eine Stelle bekommen, und möchte nun nach Bregenz ziehen und in Österreich meine Steuern bezahlen. Werde nur einen Wohnsitz in Bregenz haben und keinen mehr in Deutschland. Muss ich nun an den deutschen Staat meine Steuern abführen oder darf ich das auch an den Österreichischen machen, was mir wesentlich lieber ist. Ich würde die dt. Staatsbürgerschaft behalten wollen.

Auto usw. werde ich dann ja in Österreich zulassen müssen denk ich mal.

Evtl. ist jemand in der selben situation und kann mir das ganze beantworten.

Werde ich dann nach österreichischen recht besteuert oder weiterhin nach deutschem? Muss ich die österreichische Staatsbürgerschaft annehemen? hätte kein problem damit, wäre aber ein wesentlich größerer Aufwand.

Vielen Dank im Vorraus
Walkinlarge
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  #2  
Alt 05-06-2008, 21:00
Moderator
Auslaender
 
Registriert seit: Sep 2004
Beitraege: 15.513
helpingshands is on a distinguished road
Standard

Die Wohnsitzwahl ist in der EU problemlos, die ganzen Ummeldungen lästig, aber machbar. Der Steuerwohnsitz richtet sich nach dem überwiegenden Aufenthalt, und wenn die ganze Erwerbstätigkeit in Deutschland stattfindet, wird das wohl Deutschland sein - ev. findet ein kluger Steuerberater einen Weg.

Grüsse,
Peter
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  #3  
Alt 05-08-2008, 14:03
Ehemann der Ausländerin
Auslaender
 
Registriert seit: Apr 2008
Beitraege: 22
Wolf_gang is on a distinguished road
Standard

Wie Peter richtig schrieb, bezahlt man grundsätzlich dort Einkommenssteuer, wo auch der schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit liegt. Wenn Du nur eine berufliche Tätigkeit hast (in Lindau), dann ist das mit Sicherheit Deutschland.

Eine Möglichkeit zur Umgehung ist, daß Du mehr als die Hälfte des Jahres von Zuhause (= in Österreich) arbeitest - dann könntest Du eventuell eine österr. Versteuerung anstreben.

Allerdings sehe ich keine Vorteile darin. Die Steuer, die Du sparst, gibst Du mit Sicherheit für den dann notwendigen Steuerberater aus.

Ein Hinweis noch: Die Krankenkassen von Deutschland werden auch in Österreich anerkannt, allerdings solltest Du Dir das von der deutschen Krankenkasse bestätigen lassen. Beachte auch, daß die Leistungen der Kassen in Österreich und Deutschland unterschiedlich sind und es eventuell sinnvoll ist, für eine österreichische Krankenbetreung eine private Zusatzversicherung in Österreich abzuschließen.
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  #4  
Alt 08-07-2008, 01:19
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: Aug 2008
Beitraege: 5
Sun_Moon is on a distinguished road
Standard

Hallo,

ich habe selbst in D gearbeitet und in Ö gelebt. Mir wurde das wie folgt erklärt:

Du zahlst dort Steuern, wo du lebst (also in Ö), außer du bist im öffentlichen Dienst beschäftigt (dann würde D die Steuer einheben). Ich war im öffentlichen Dienst, wurde in D besteuert, hatte eine deutsche Krankenversicherung, allerdings war ich bei der österr. Gebietskrankenkasse versichert (da gibt es ein Formular, um eine österr. e-Card zu erhalten und problemlos in Ö zum Arzt gehen zu können).

Ich hoffe, es hilft ein wenig..
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  #5  
Alt 05-24-2011, 19:02
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: Jul 2009
Beitraege: 14
Steff is on a distinguished road
Standard

Arbeiten in Deutschland und Wohnen in Österreich

Wo muss ich Steuern zahlen ?

Sie zahlen Ihre Steuern am Wohnsitz in Österreich, wenn Ihr Hauptwohnsitz innerhalb der österreichischen Grenzzone liegt und Sie in der Grenzzone auf der deutschen Seite bei einem privaten Dienstgeber arbeiten, Sie also Grenzgänger im steuerrechtlichen Sinn sind. Als Grenzzone gelten dabei alle Orte, die weniger als 30 km Luftlinie (= insgesamt 60 KM 2 X 30 KM) vom nächsten Grenzpunkt entfernt liegen. Genaue Auskunft darüber, ob Ihr Wohn und Arbeitsort in der Grenzzone liegen, gibt Ihnen das jeweils zuständige Finanzamt. Sie gelten auch dann als Grenzgänger, wenn Sie an bis zu 20 % aller Arbeitstage, höchstens aber an 45 Tagen im Jahr, nicht innerhalb der 30 km Grenzzone arbeiten oder nicht an Ihren Wohnort zurückkehren. Wenn all dies nicht zutrifft, zahlen Sie als beschränkt Steuerpflichtiger Lohnsteuer in Deutschland. Für Berufskraftfahrer gilt eine Sonderregelung. Wenn Sie in Deutschland im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, sind Sie dort zum vollen Einkommensteuertarif beschränkt steuerpflichtig. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie bei einer öffentlich rechtlichen Einrichtung mit gewerblicher Tätigkeit angestellt sind. In diesem Fall wird wie bei Arbeitnehmern von Privatbetrieben besteuert. Ist der Arbeitsort in Deutschland ausserhalb der 30 KM Grenzzohne ist man beschränkt in Deutschland steuerpflichtig wenn man dort keinen Wohnsitz hat.

Welche Formalitäten sind notwendig für Grenzgänger im steuerrechtlichen Sinn ?

Sie müssen sich beim Finanzamt am Wohnsitz in Österreich als Grenzgänger anmelden und Angaben zu Ihrem Arbeitslohn in Deutschland machen. Aufgrund dieser Angaben und nach Vorlage der ersten Lohnabrechnung werden die vierteljährlichen Vorauszahlungen für die Einkommensteuer in Österreich berechnet. Diese werden jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November fällig. Änderungen der Vorauszahlungen können bis zum 30. September des laufenden Jahres beantragt werden.

Von Ihrem österreichischen Finanzamt benötigen Sie zur Antragstellung auf Befreiung von der Lohnsteuer in Deutschland eine Erfassungsbescheinigung. In Deutschland müssen Sie beim Arbeitgeber eine Lohnsteuerfreistellungsbescheinigung einreichen. Der Antrag auf Erteilung dieser Bescheinigung ist beim Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers zu stellen. Dem Antrag ist die Erfassungsbescheinigung des österreichischen Finanzamts beizulegen. Nach Ablauf des Jahres haben Sie in Österreich eine Einkommensteuererklärung abzugeben, aufgrund derer die weiteren Einkommensteuervorauszahlungen ermittelt werden. Die Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung endet am 30. April bzw. am 30. Juni bei elektronischer Übermittlung.

Welche Formalitäten sind notwendig für beschränkt Steuerpflichtige ?

Ihr Arbeitgeber benötigt eine Bescheinigung über die für den Lohnsteuerabzug maßgeblichen Besteuerungsmerkmale. Diese Bescheinigung ist beim für den Arbeitgeber zuständigen Finanzamt (Betriebsstättenfinanzamt) in Deutschland zu beantragen. Anträge sind bei den deutschen Finanzämtern erhältlich.

Wie wird die gezahlte Steuer berücksichtigt ?

Wenn Ihr Erwerbseinkommen in Deutschland besteuert wird, sind Sie damit in Österreich unter Progressionsvorbehalt von der Steuerzahlung freigestellt. Sie müssen jedoch eine Einkommensteuererklärung abgeben, falls Sie über weitere Einkünfte aus Österreich verfügen.

zu weiteren Fragen siehe Doppel Besteuerungs Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich.

Geaendert von Steff (05-24-2011 um 19:06 Uhr).
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  #6  
Alt 02-03-2016, 16:57
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: Jul 2009
Beitraege: 14
Steff is on a distinguished road
Smile kompliziertere Antworten dauern etwas länger

Hallo,

leider schaut man bei Grenzgängern immer als erstes auf die steuerrechtlichen Sachen, welche ja auch in dem Thread korrekt beantwortet wurden. Nur zweifle ich das ein Fragesteller so lange auf eine Antwort wartet. Leider wurde noch nicht bezüglich der Frage Wohnsitz Österreich arbeiten im Grenzgebiet in Deutschland der Aspekt der Sozialversicherungs Beiträge und der Krankenversicherung angesprochen. Das sind ja auch nicht unbedingt unwichtige Posten in der Rechnung eines Grenzgängers wenn er in einem anderen Staat arbeitet. Es könnte also wichtig sein weitere Informationen diesbezüglich zusammenzutragen, da die Arbeiterkammer in Salzburg zum Beispiel in der Frage sehr unkooperativ und nicht kompetent zu sein scheint, obwohl man als Person ja in den Genuß der Zwangsmitgliedschaft bei der Arbeiterkammer kommt wenn man in Österreich arbeitet. Wer aber schon über die Person hinausgewachsen und sich wieder darüber bewusst geworden ist, das er als Mensch als erstes ein geistig sittliches Wesen ist, der versteht vielleicht meine kleine Anspielung.

Geaendert von Steff (02-07-2016 um 22:33 Uhr).
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  #7  
Alt 02-03-2016, 17:22
Moderator
Auslaender
 
Registriert seit: Sep 2004
Beitraege: 15.513
helpingshands is on a distinguished road
Standard

Sozialversicherung fließt aus der Arbeitnehmereigenschaft, und die detaillierten Zuständigkeitsregeln der VO(EG)883/2004 samt gelegentlich anwendbaren Vorläuferbestimmungen füllen alleine Bände.. da könte die EU schon was für die Bürger tun, damit dich auch was von Europa haben, aber das Thema ist eben auch so eine "heilige Kuh" der Nationalstaaten

Grüsse
Peter
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  #8  
Alt 02-03-2016, 17:41
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: Jul 2009
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Steff is on a distinguished road
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wir haben leider ein Problem das Bestimmungen die nur für eine Minderheit gültig sind, das sich niemand so richtig verantwortlich fühlt. Somit strengt man sich als Mitarbeiter auch nicht an, denn der Applaus wird nur von Leuten entgegengenommen die in den Organisationen hoch oben stehen und am wenigsten für das Gemeinwohl tun. Je weiter oben desto größer die Negativauslese, denn die Menschen mit guten Absichten haben es in diesen Organisationen schwer hochzukommen. Somit hier mein weiteres Sandkorn zum Thema, damit Leute auch unentgeltlich das Recht ausüben können sich zu informieren ohne Tage im Netz herumsuchen zu müssen. Arbeiterkammer in Österreich für mich im Grunde genauso eine Alibi Organisation wie der Bund der Steuerzahler in Deutschland und Greenpeace. Meine ketzerische Aussage, Menschen als geistig sittliche Wesen brauchen gar keine Steuer zu zahlen, denn wer erkannt hat das er nicht auf See verschollen ist und noch lebendig ist der kann keine Person sein .

In welchem Staat man Sozialversicherungsbeiträge zu leisten hat, richtet sich nach EU Recht. Entscheidend ist danach grundsätzlich der Ort der Beschäftigung. Wenn der Beschäftigungsort, also jener Ort, an dem man seine Beschäftigung ausübt, in Deutschland liegt, dann ist Deutschland zuständig, man unterliegt somit den deutschen Rechtsvorschriften. Die Sozialversicherungsbeiträge (insbesondere Kranken und Pensionsversicherungsbeiträge) hat man dann auch in Deutschland und nach deutschem Recht zu leisten. Sollte der Beschäftigungsort hingegen in Österreich liegen, wäre Österreich zuständig und es würde österreichisches Recht Anwendung finden, da man ja bei einer österreichischen Firma arbeiten würde.

Grenzgänger in einem anderen EU-Land

Als Grenzgänger wird eine Person bezeichnet, die eine Berufstätigkeit in einem anderen Land als ihrem Wohnland ausübt,jedoch täglich oder zumindest einmal wöchentlich dorthin zurückkehrt.

Grundsätzlich ist ein Grenzgänger in dem Land krankenversichert, in dem er arbeitet. Ausnahmen stellen hier die sogenannten „Entsendungen“, bei denen ein Unternehmen einen Arbeitnehmer, auf Rechnung der Firma, zum Arbeiten ins Ausland schickt, und gegebenenfalls Mehrfachbeschäftigungen in mehreren EU-Ländern dar.

Das neue europäische Sozialrecht mit den am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 und Nr.987/2009 enthält erweiterte Leistungsansprüche für Familienangehörigen von aktiven Grenzgängern und Grenzgänger in Rente und deren Familienangehörige. Weiterhin werden die alten Bescheinigungen schrittweise abgelöst.


Leistungen im Wohnortland

Grundsätzlich besteht für Grenzgänger die Möglichkeit zu wählen, ob die Sachleistungen beim Krankenversicherungsträger des Wohnlandes (z. B. AOK Bayern) oder beim Krankenversicherungsträger im Beschäftigungsstaat (z. B. Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) in Anspruch genommen werden wollen.

Um Leistungen am Wohnort erhalten zu können, benötigen Sie von Ihrer zuständigen Krankenkasse im Beschäftigungsland ein Vordruck / Bescheinigung (ehemals E 106 oder neu S1), mit dem Sie Ihren Leistungsanspruch im Wohnortland nachweisen. In Deutschland können Sie für die Leistungsaushilfe können Sie eine Krankenkasse z. B. die AOK Bayern wählen. In Österreich ist es die jeweilige Gebietskrankenkasse des Wohnortes.

Der Grenzgänger und seine Familienangehörigen erhalten die deutsche Krankenversichertenkarte von der AOK Bayern oder die eCard von der OÖGKK, um Leistungen in Deutschland oder Österreich in Anspruch nehmen zu können. Informationen zu den Leistungen der AOK Bayern erhalten sich unter [url]www.aok.de/bayern[/url]. Bei der OÖGKK finden Sie die Informationen zu den Leistungen unter [url]www.ooegkk.at[/url].


Leistungen im Beschäftigungsland

Gegebenenfalls erhalten der Grenzgänger und seine Familienangehörigen auch vom Beschäftigungsland eine Krankenversicherungskarte (wie beispielsweise die österreichische eCard), oder einen anderweitigen Anspruchsnachweis (abhängig vom Beschäftigungsland). Damit können alle Sachleistungen, die auch im Beschäftigungsland einem dortigen Versicherten zustehen, beansprucht werden.


Versicherung der Familienangehörigen

Wohnen die Angehörigen des Grenzgängers mit diesem zusammen in Deutschland, haben diese auch Anspruch auf Leistungen der Krankenversicherung in Deutschland, wenn die Angehörigen die Voraussetzungen für die Angehörigeneigenschaft nach den deutschen Rechtvorschriften erfüllen und kein anderweitiger Leistungsanspruch besteht.

Für den Leistungsanspruch im Wohnortland ist, wie beim Grenzgänger, ein Vordruck/Bescheinigung (E106/S1) notwendig. Zusätzlich wird ein Fragebogen zur Feststellung der mitzubetreuenden Familienangehörigen versandt, um nach deutschen Rechtsvorschriften zu prüfen für welche Angehörige ein Leistungsanspruch besteht.


EU-Beratung Krankenversicherung


Erkrankung im Wohnortland

Neu in den Verordnungen (EG) zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ist zum einem der direkte Weiterleitungsweg der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur zuständigen Krankenkasse des Beschäftigungslandes und nicht mehr zuerst an den Träger des Wohnortlandes. Damit verbunden und weiterhin neu ist die Rechtsverbindlichkeit der ausländischen Bescheinigung. Bitte beachten Sie auch in diesem Zusammenhang die arbeitsrechtlichen Anzeige- und Nachweispflichten gegenüber Ihrem Arbeitgeber.


Versicherung im Urlaub

Für alle EU-Staaten (incl. Island, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz) wird Ihnen eine europäische Krankenversichertenkarte (EHIC/EKVK) von der zuständige Krankenkasse des Beschäftigungslandes ausgestellt. Die Karte kann direkt beim Vertragsarzt oder in der Vertragsklinik vorgelegt werden.
Tipp: Die AOK und die OÖGKK raten allen Versicherten zum Abschluss einer zusätzlichen Auslandsreiseversicherung. Denn nicht alle Kosten, die Sie im Ausland eventuell selbst bezahlen müssen, dürfen die AOK und die OÖGKK erstatten. Zusätzlich sollten unbedingt die Kosten eines Rücktransportes in die Heimat abgesichert sein.


Erweiterter Leistungsansprüche nach dem neuen europäischen Sozialrecht

a. Familienangehörige von aktiven Grenzgängern Familienangehörige von aktiven Grenzgängern haben ab dem 1. Mai 2010 generell auch einen vollen Leistungsanspruch im zuständigen Staat (Beschäftigungsland des Grenzgängers).

Ausnahmen für die Länder: Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, Litauen, die Niederlande, Schweden, Spanien und Ungarn

b. Grenzgänger in Rente und deren Familienangehörige
Bisher hatten Grenzgänger in Rente nach dem alten Recht nur im Wohnstaat einen uneingeschränkten Leistungsanspruch. In anderen Staaten hatten Sie grundsätzlich nur einen eingeschränkten Leistungsanspruch über die EHIC/EKVK. Für weitergehende Sachleistungen war eine Zustimmung erforderlich. Für die Familienangehörigen der Grenzgänger galt dies entsprechend.

Die neuen Verordnungen (EG) geben nun Grenzgänger in Rente und deren Familienangehörigen erweiterte Leistungsansprüche. Diese differenzieren sich folgendermaßen:


Uneingeschränkter Leistungsanspruch mit Vorversicherungszeit

Die Grenzgänger in Rente haben im ehemaligen Staat der Erwerbstätigkeit einen uneingeschränkten Sachleistungsanspruch, wenn sie in den letzten 5 Jahren vor Rentenbeginn mindestens 2 Jahre als Grenzgänger im betreffenden Staat erwerbstätig waren.

Beispiel:
Ein Versicherter wohnt in Deutschland, bezieht eine Rente aus Deutschland und Österreich und ist in Deutschland versichert. Er war in den letzten 6 Jahren vor Rentenbeginn als Grenzgänger in Österreich tätig.

Lösung:
Auch für Österreich besteht ein uneingeschränkter Anspruch auf Sachleistungen.


Fortsetzung einer Behandlung

Sie haben in dem Staat, in dem er zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde, weiterhin Anspruch auf Sachleistungen, sofern es sich hierbei um die Fortsetzung einer Behandlung handelt, die in diesem Mitgliedstaat begonnen wurde. Unter dem Begriff „Fortsetzung einer Behandlung“ ist die fortlaufende Untersuchung, Diagnose und Behandlung der Krankheit zu verstehen.

Beispiel:
Ein Bezieher einer deutschen Rente wohnt in Deutschland und ist in Deutschland versichert. Er war im letzten Jahr vor Rentenbeginn in Österreich als Grenzgänger erwerbstätig. Er erkrankte während der Tätigkeit in Österreich an Diabetes und wird dort fortlaufend wegen dieser Erkrankung behandelt.

Lösung:
Da der Betreffende unmittelbar vor Rentenbeginn als Grenzgänger in den Österreich beschäftigt war, sind grundsätzlich die Voraussetzungen erfüllt. Ein Leistungsanspruch besteht jedoch nur auf Behandlungen, die im Zusammenhang mit der Diabetes Behandlung stehen.

Geaendert von Steff (02-07-2016 um 22:28 Uhr).
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