Das Forum für Ausländer & Migranten in Österreich

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madleine 01-11-2010 13:21

Heirat in Ö oder im Ausland; Vorteile - Nachteile, was ist besser?
 
Hallo,
mein Freund ist Gambier und ich wollte mal prinzipiell fragen, was für uns und vor allem für ihn vorteilhafter ist: eine Heirat in Gambia, oder in Wien. Mir ist schon klar, dass er in beiden Fällen zur Ö Botschaft in Dakar müsste, um dort ein Visum zu beantragen. Allerdings haben wir schon mehrfach gehört, dass es geringere Probleme bei der Gewährung des Visums (und der anschließenden Arbeitserlaubnis) gibt, wenn man in Gambia heiratet. Stimmt das? Worin bestehen erfahrungsgemäß die Unterschiede? Oder gibt es in Wahrheit gar keine? Wie sieht es mit der Visumsdauer (Beschränkungen, Verlängerungen) aus?
Wie schnell bekommt man nach der Heirat tatsächlich Zugang zum Arbeitsmarkt? Wäre zB ein Vorvertrag hilfreich? :confused:

Vielen Dank für die Hilfe.

Liebe Grüße

Madleine

helpingshands 01-11-2010 15:49

Die Frage stellt sich so fast nie: Zur Heirat in Österreich muss ein Drittstaatsbürger erst einmal rechtmäßig hier aufhältig sein, und Visa werden nur erteilt, wenn die "Rückkehrbereitschaft" als gegeben angesehen wird, was bei Eheschließung wohl verneint wird.

Grüsse,
Peter

madleine 01-11-2010 17:00

danke für die rasche antwort. ich hab da vorhin das falsche wort verwendet...
wollte nur aber kurz gesagt nur wissen: eine heirat mit zb einem asylwerber in österreich bringt mehr probleme, als wenn wir gleich in seinem land bleiben und dort heiraten würden, er die papiere bei der botschaft einreicht und darauf wartet, dass er nach ö darf? ich hab nämlich von mehreren paaren, die in der gleichen situation sind, gehört, dass es besser und einfacher wäre in gambia zu heiraten, um aufenhalts- und arbeitserlaubnis zu bekommen. und wollte eignetlich nur wissen, ob das stimmt oder ob es auch problemlos möglich ist, in österreich zu heiraten (was ich eigentlich bezweifle)?

danke

helpingshands 01-12-2010 19:16

Es ist in Österreich dann problemlos, wenn
a) alle Dokumente des Ehegatten übersetzt und beglaubigt vorliegen, und
b) der Heiratswillige zum Hochzeitszeitpunkt ein Aufenthaltsrecht besitzt (auch das aus dem offenen Asylverfahren) - andernfalls steht die Polizei vor dem Standesamt und es gibt statt der Eheschließung eine Festnahme

Was ich auch schon gehört habe sind Ideen, eine falsche Identität in Östererich dadurch zu "entsorgen", dass bei der Hochzeit im Drittstaat der aus der EU "Ausgesickerte" oder jemand, der ihm ähnlich sieht, mit der "richtigen" Identität vor den Traualtar tritt. Das ist aber Harakiri mit Anlauf: Die Fingerabdrücke des ehem. Asylwerbers und der Aliasname sind hier aktenkundig und wenn den Behörden das nicht schon beim Erstantragsverfahren auffällt, so ist das Aufenthaltsrecht bei einem Erkennen zu irgendeinem späteren Zeitpunkt als erschlichen weg und zwar auf lange Zeit mit Aufenthaltsverbot im ganzen Schengen-Raum

Grüsse,
Peter

madleine 01-14-2010 13:41

besteht eigentlich die möglichkeit für einen (ehem.) asylwerber in ö mit seiner richtigen identität, in sein heimatland zurückzugehen und dort eine österreicherin zu heiraten und danach wieder nach ö zurückzukehren, um dort zusammen zu leben? oder ist das problematisch? das geht wahrscheinlich nicht, oder? :confused:

Küchenjurist 01-14-2010 19:12

Geht schon. Es besteht aber das Risiko eines Aufenthaltsverbots (Täuschung über Aufenthaltsgründe) bzw. einer Versagung des Aufenthaltstitels, unter Umständen sogar eines Betrugsverfahrens (etwa wenn Minderjährigkeit vorgetäuscht oder unter Vorgabe unzutreffender Asylgründe Versorgungsleistungen bezogen wurden).

Wie hoch diese Risiken sind, kann nur im Einzelfall seriös abgeschätzt werden.

helpingshands 01-14-2010 19:39

Grundsätzlicher Rat: Noch im Asylverfahren in Österreich die Aufklärung der Identität durchführen; das mag kurzfristig Ärger bringen, aber alles andere ist langfristig fatal.

Grüsse,
Peter

P.S: Das gilt ganz explizit auch dann, wenn es zur Aliasidentität ein Aufenthaltsverbot (AV) gibt: Wenn "ab jetzt" ein korrektes Verhalten an den Tag gelegt wird, wird das AV irgendwann aufgehoben (ev. in Jahren zu bemessen, aber AV's fallen nicht vom Himmel): Die "rsche Lösung" als quasi unbescholtenes Subjekt wiederzukommen führt bei Auffliegen des faulen Zaubers hingegen zu einem sehr langfristigen AV. Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber das scheint eine westafrikanische Spezialität zu sein...

madleine 01-14-2010 21:15

ich hoffe, ich hatte mich einigermaßen klar ausgedrückt, er verwendet jetzt seinen richtigen namen und möchte das auch weiterhin tun... überhaupt soll alles legal sein, daher meine frage, ob eine heirat in seiner heimat überhaupt möglich ist.
außerdem hatte ich eben gehört, wenn wir hier in österreich heiraten (im laufenden asylverfahren), dass es im folgenden probleme mit der aufenthaltserlaubnis geben könnte und mit dem zugang zum arbeitsmarkt (arbeitserlaubnis). ist das richtig? oder ist das ein gerücht? was könnte das problem sein? das macht mir dann doch sorgen, dass er hier schwierigkeiten haben könnte... :(

Küchenjurist 01-14-2010 22:03

Das hängt von Ihrer Freizügigkeit ab ( - > Suchfunktion ).

Freizügig: Heirat = Anspruch auf Aufenthaltskarte, freier Arbeitsmarktzugang, noch anhängiges Asylverfahren ist egal (EuGH Sahin).

Nicht freizügig: Kein Anspruch auf Aufenthaltstitel, solange ein vorläufiges Aufenthaltsrecht als Asylwerber besteht, und daher auch Arbeitsmarktzugang nur mit Beschäftigungsbewilligung.

madleine 01-15-2010 10:08

vielen dank.

ich dachte nämlich, dass es mit einer heirat in ö eigentlich problemlos möglich sein sollte, dass er anschließend zugang zum arbeitsmarkt bekommt. allerdings habe ich gehört, dass das manchmal sehr lange dauert, oder man gar keinen zugang bekommt. stimmt das? weshalb könnte das sein?

das fängt ja zt schon bei der gewährung des aufenthaltes an... angeblich bis zu einem jahr, oder länger, bis die ö botschaft in dakar das genehmigt...

wie ist das eigentlich bei einer heirat bei laufendem asylverfahren, wenn das nach der hochzeit ev. negativ ist, kann er dann trotzdem abgeschoben werden??!

(btw. ich bin ö staatsbürgerin und arbeite auch hier...)


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