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  #1  
Alt 07-02-2010, 00:56
Junior Member
Auslaender
 
Registriert seit: Jul 2010
Beitraege: 3
Donald_Geiss is on a distinguished road
Question nachträgliche Namensänderung?

Hallo allerseits,

Erstmals vielen Dank für dieses großartige Forum! Ich habe schon ein Menge Fragen für mich hier beantworten können, bevor ich diesen ersten Post hier geschrieben habe

Es geht um folgendes: Ich (AT, berufstätig) werde im Sommer meine Freundin (Russ. Staatsbürgerin) heiraten. Die Dokumente sind soweit vorbereitet (auch mit Hilfe dieses Forums), der Termin am Standesamt steht. Wir werden in Wien heiraten, sie hat ein C-Visum.

Nur im Bezug auf die Namensänderung bestehen für mich noch Unklarheiten. Soweit ich das verstehe haben wir im Prinzip 2 Möglichkeiten:

1) Sie nimmt meinen Namen an. D.h. sie muss wieder ausreisen, ihre wichtigsten Dokumente ändern und kann dann erst mit den neuen Dokumenten den Aufenthaltstitel beantragen.

2) Sie behält ihren Namen. Kann in Wien den Aufenthaltstitel beantragen. Wenn es länger als das Visum gilt dauert, muss sie auch ausreisen und dann im Ausland warten.

Was mir nicht klar ist, ist ob sie im 2) Fall noch nachträglich ihren Namen ändern kann, nachdem sie ihren Aufenthaltstitel bekommen hat. Von der russischen Seite her ist es soweit ich mitbekommen habe möglich (neuen Pass über die Botschaft beantragen, darf nur nicht mehr in Russland gemeldet sein, Name ist jederzeit änderbar), aber ist das auch von der österreichischen Seite ok? (vor allem in Bezug auf den Aufenthaltstitel?) Und für welche Dokumente benötigt man beim Antrag auf den Aufenthaltstitel wirklich den neuen Namen außer beim Pass (Krankenversicherung? Lohnzettel?)

Für jegliche Infos, Ratschläge oder Erfahrungen wären wir sehr dankbar,

LG Don
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  #2  
Alt 07-02-2010, 01:45
Moderator
Auslaender
 
Registriert seit: Mar 2009
Beitraege: 2.996
Küchenjurist is on a distinguished road
Standard

IPRG § 13. (1) Die Führung des Namens einer Person ist nach deren jeweiligem Personalstatut zu beurteilen, auf welchem Grund auch immer der Namenserwerb beruht.

Die nachträgliche Änderung des Familiennamens richtet sich also nach russischem Recht.
(Hingegen beruht die Namensänderung im Zuge der Eheschließung als persönliche Ehewirkung gemäß § 18 IPRG auf dem Ehestatut, ist also nach dem Recht des Orts der Eheschließung bzw. desjenigen Staates, wo beide Eheleute ihren gemeinsamen Aufenthalt haben, zu beurteilen; inwieweit eine solche Namensänderung vom Heimatstaat anzuerkennen ist, richtet sich nach dessen Kollisionsrecht.)

Nach hiesigem Recht käme eine nachträgliche Änderung offenbar erst nach Erwerb der Staatsbürgerschaft in Frage :

NÄG

§ 2. (1) Ein Grund für die Änderung des Familiennamens liegt vor, wenn

1. der bisherige Familienname lächerlich oder anstößig wirkt;

2. der bisherige Familienname schwer auszusprechen oder zu schreiben ist;

3. der Antragsteller ausländischer Herkunft ist und einen Familiennamen erhalten will, der ihm die Einordnung im Inland erleichtert und der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach dem Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft gestellt wird;

4. der Antragsteller den Familiennamen erhalten will, den er bisher in gutem Glauben, dazu berechtigt zu sein, geführt hat;

5. der Antragsteller einen Familiennamen erhalten will, den er früher zu Recht geführt hat;

6. die Vor- und Familiennamen sowie der Tag der Geburt des Antragstellers mit den entsprechenden Daten einer anderen Person derart übereinstimmen, daß es zu Verwechslungen der Personen kommen kann;

7. der Antragsteller einen Familiennamen erhalten will, den er durch eine befristete namensrechtliche Rechtshandlung erlangt hätte, jedoch die rechtzeitige Rechtshandlung ohne sein Verschulden oder bloß mit einem minderen Grad hievon unterlassen hat, oder der Antragsteller einen Doppelnamen nach § 93 Abs. 2 ABGB wünscht oder bereits zu führen hat und den gemeinsamen Familiennamen ohne Voran- oder Nachstellung seines früheren Familiennamens führen will;

7a. der Antragsteller einen Nachnamen erhalten will, der gleich lautet wie der seines eingetragenen Partners und dies gemeinsam mit der Begründung der eingetragenen Partnerschaft beantragt; damit kann auch der Antrag verbunden sein, als höchstpersönliches, nicht ableitbares Recht seinen bisherigen Nachnamen voran- oder nachzustellen;

8. der Antragsteller den Familiennamen seiner Eltern oder eines Elternteils erhalten will oder der Antragsteller den Familiennamen einer Person erhalten will, von der er seinen Familiennamen abgeleitet hat und deren Familienname geändert worden ist oder dessen Änderung beantragt ist;

9. der minderjährige Antragsteller den Familiennamen der Person erhalten soll, der die Obsorge für ihn zukommt oder in deren Pflege er sich befindet und das Pflegeverhältnis nicht nur für kurze Zeit beabsichtigt ist;

10. der Antragsteller glaubhaft macht, daß die Änderung des Familiennamens notwendig ist, um unzumutbare Nachteile in wirtschaftlicher Hinsicht oder in seinen sozialen Beziehungen zu vermeiden und diese Nachteile auf andere Weise nicht abgewendet werden können;

11. der Antragsteller aus sonstigen Gründen einen anderen Familiennamen wünscht.

(2) Die in Abs. 1 Z 1 bis 6, 10 und 11 angeführten Gründe gelten auch für die Änderung von Vornamen; ein Grund liegt weiter vor, wenn

1. das minderjährige Wahlkind andere als die bei der Geburt gegebenen Vornamen erhalten soll und der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach der Bewilligung der Annahme an Kindesstatt oder dem Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft eingebracht wird;

2. der Antragsteller nach Änderung seiner Religionszugehörigkeit einen zur nunmehrigen Religionsgemeinschaft in besonderer Beziehung stehenden Vornamen erhalten oder einen zur früheren Religionsgemeinschaft in besonderer Beziehung stehenden Vornamen ablegen will und der Antrag innerhalb von zwei Jahren nach der Änderung der Religionszugehörigkeit eingebracht wird;

3. ein Vorname nicht dem Geschlecht des Antragstellers entspricht.

Am besten beim Standesamt fragen.
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Stichworte
aufenthaltstitel, namensänderung

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