Das Forum für Ausländer & Migranten in Österreich

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Micky 12-19-2016 00:50

Erasmus im Ausland
 
Hallo! Ich habe jetzt RWR+ und plane, mich für ein Auslandssemester in Tschechien nächstes Jahr nach Erfüllung der Voraussetzungen anzumelden.

1) Wie lange darf ich dort eigentlich bleiben? Erlischt das (österreichische) Aufenthaltsrecht, wenn man in einem anderen Land ein Semester verbringt (also ca. 5 Monate)?
2) Da ein Semester 5 Monate dauert, werde ich auch in Tschechien mich um ein Studentenvisum kümmern müssen. Darf man gleichzeitig den tschechischen und den österreichischen Aufenthaltstitel haben?

Vielen Dank!

helpingshands 12-19-2016 14:56

Bei einer Abwesenheit von mehr als 6 Monaten kann die Behörde das "Erlöschen des Niederlassungswillens" annehmen - müsste man vorher mit der NAG-Behörde klären. Eine Unterbrechung der Anwartschaft für den Daueraufenthalt droht durchaus: Da sind 6 Monate an Stück oder 10 Monate insgesamt in den 5 Jahren ein Showstopper.

Bei mehr als 90 Tagen wird ein tschechischer Titel notwendig werden, gegen den spricht auch nichts.

Grüsse
Peter

Micky 12-19-2016 15:59

Danke!
Ich kann noch vor dem Auslandssemester den Daueraufenthaltstitel bekommen (im Mai nämlich), hilft das? Und hat die Abwesenheit irgendeine Auswirkung auf die Einbürgerung (die ich dann im Mai 2017 beantragen werde)?

helpingshands 12-19-2016 18:48

Mit Daueraufenthalt haben Sie 5 Jahre Bewegungsfreiheit in der EU. (Eigentlich 6, aber mit den ganzen Verfahren und der Dauer derselben..)

Im Staatsbürgerschaftsverfahren gilt - wie öfter in dem Forum geschrieben - die Regel, dass Sie 20% der Anwartszeit weg sein dürfen, egal wo.

Grüsse
Peter

Micky 06-04-2017 19:39

Ich habe jetzt einen fixen Platz fürs Auslandssemester (aber doch nicht in CZ, sondern in Portugal) bekommen. Da das Studienjahr vom 20.1. bis zum 19.6. dauern wird (und ich noch eine-zwei Wochen dort auf Urlaub danach bleibe), und mir daher keine Unterbrechungen irgendwelcher Fristen drohen, überlege ich es mir, den Daueraufenthaltstitel überhaupt nicht zu beantragen, sondern direkt die Staatsburgerschaft nach meiner Rückkehr aus Portugal.

Frage: Wissen Sie vielleicht, ob es im Unionsrecht irgendeine Erleichterung beim Beantragen des Studentenvisums für Portugal im Rahmen des Erasmus für Inhaber des Daueraufenthaltstitels eines anderen EU-Staates gibt?

helpingshands 06-05-2017 16:02

Die Erleichterungen gibt es sowohl in der Studierenden-RL aus auch in der Daueraufenthalts-RL.. wie gut Portugal welche RL umgesetzt hat? Bitte dort erkundigen

Grüsse
Peter

Micky 07-09-2018 12:59

Hallo Peter. Ich war bei MA35 und sie haben mir den Zettel mit den benötigten Dokumenten gegeben und u.a. auch "alle bisherigen Visa und Aufenthaltstitel für Österreich und alle anderen Staaten" angekreuzt, weil ich gesagt habe, ich war 5 Monate auf Auslandssemester in Portugal.
Das Problem: ich habe den Aufenthaltstitel für Portugal nie gehabt, weil ich erstens relativ viel gereist bin, und die 3 Monate dort hatte ich sowieso legal verbringen können. Die restlichen zwei sind niemandem aufgefallen, hatte auch nichts mit der dortigen Polizei zu tun gehabt.
Was würden Sie mir vorschlagen? Zu sagen, ich habe die Karte weggeworfen/verloren/...? Oder im Lebenslauf gar nicht zu erwähnen, dass ich in Portugal war?
Danke und LG

helpingshands 07-09-2018 16:28

Ich nehme an, es geht um das Staatsbürgerschaftsverfahren: Wenn Sie "rund 5 Monate" in Portugal waren, fließt das in die 20%-Berechnung ein. Gibt es keine flächendechemden Angaben zu Portugal, können Sie mit irgendwelchen Uni-Bescheinigungen die 5 Monate vermutlich auf rd. 4 1/2 runterdrücken.

Grüsse
Peter

Micky 08-21-2018 20:22

Hi, Peter, vielen Dank für die Informationen - ich werde meinen Erasmus-Stipendiumvertrag und Letter of Acceptance von der Lissboner Uni vorlegen. Möge das reichen. Und ja, es geht um die Staatsbürgerschaft.

Andere Frage: Statt aller Lohnzettel meiner Eltern aus den vergangenen Jahren will die MA35 ihre Einkommenssteuerbescheide sehen, die wir auch haben. Auf dem Zettel benötigter Dokumente steht jedoch, dass die Steuerbescheide aus den Jahren 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 vorzulegen sind (sowie Lohnzettel dieses Jahres). Müssen bzw. sollen wir wirklich alle Bescheide ab 2013 abgeben? Es zählen ja nur 30 Monate +6 (und ich würde am liebsten die letzten 36 vorlegen).....
Auch habe ich die Miet- und Betriebskostennachweise ab 2013 bis laufend vorzulegen.....ich dachte, da geht es auch um die 36 Monate.

Oder gibt man normalerweise alles ab und die Behörde nimmt selber die besten 36 bzw. rechnet es selber aus? Das wäre netürlich wünschenswert, aber dass sich die MA35 mehr Aufwand macht als es nötig ist, wäre eine große Überraschung...na seawas...

helpingshands 08-21-2018 21:16

Ad Steuerbescheide: Bei parallen Anstellungen ensteht eine weitere Steuerpflicht - ev. wollen die das rechnen, wobei die dann Jahresmittel bilden würden, die eben nicht vorgesehen sind. Wäre spannend, wie die Behörde das rechnen will..
Wenn es ganze Jahre gibt, die ausgeschieden werden, sind die wiederum uninteressant. Gegenargument wäre wieder, dass die Steuernachzahlungen bzw. quartalsweisen Vorauszahlungen einen Einfluss haben.

Heißt: Sie bauen einmal die Tabelle über 72 Monate, suchen selbst die besten 30 + 6 und dann lässt sich die weitere Strategie festlegen.

Für die Bruttokaltmiete gilt ähnliches.

Grüsse
Peter


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