Die Geburtenrate bei Ausländerinnen

| 4. Januar 2012 | 0 Comments

Die Geburtenzahlen sorgen immer für viele Mutmaßungen. Allgemein herrscht das Vorurteil, dass Ausländer viel mehr Kinder bekommen als Österreicher. Aber wie sieht es jetzt im Detail aus? Hier ein paar Zahlen dazu:

Neugeborene und Sterbefälle in Österreich 2009:
Rund 76.350 Babys kamen 2009 in Österreich auf die Welt. Dieser Zahl stehen rund 77.380 Sterbefälle im Jahr 2009 gegenüber. Das bedeutet, dass rund 1.030 weniger Babys auf die Welt kamen als Menschen gestorben sind.

Differenz Geburten und Sterbefälle nach Staatsangehörigkeit:
Dieser oben beschriebene Sterbefälleüberschuss sieht bei der Unterscheidung zwischen In- und Ausländern differenzierter aus. Während es bei AusländerInnen einen Geburtenüberschuss von rund 8.160 Personen gab, war bei den ÖsterreicherInnen ein Sterbefälleüberschuss von rund 9.200 Personen zu verzeichnen. Das bedeutet aber nicht dass dadurch die Zahl der AusländerInnen in Östererich um diese Zahl steigt, da auch die restliche Zu- und Abwanderung zu berücksichtigen ist.

Die Geburtenrate in Österreich:
Die Geburtenrate in Österreich liegt im internationalen Vergleich auf einem sehr niedrigen Wert. In Österreich lebende Frauen bekamen 2009 durchschnittlich nur 1,39 Babys. Auch hier gibt es einen großen Unterschied zwischen Österreicherinnen und Ausländerinnen. Bekommen Österreicherinnen durchschnittlich 1,27 Kinder in ihrem Leben, so sind es bei Ausländerinnen (Herkunft) 1,84 Kinder.

Differenziert man die Ausländerinnen aber wieder nach Eingebürgerte und Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, so ergibt sich wieder ein unterschiedliches Bild. Eingebürgerte Frauen bekommen nämlich durchschnittlich 1,52 Kinder, während Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft 1,98 Kinder bekommen.

Was bedeuten diese Zahlen?
Das Ganze zeigt, dass rein durch Geburten keine „Vervielfachung“ der Ausländer in Österreich bewirkt wird. Außerdem zeigen diese Zahlen, dass nur durch Geburten der Bevölkerungsstand von Österreich nicht gehalten werden kann. Eine Geburtenrate von unter zwei Kindern pro Frau bedeutet langfristig einen Rückgang der Bevölkerung.

Noch drastischer würde sich das Ganze auswirken wenn es gar keine Zuwanderung mehr geben würde (wie es von mancher politischer Seite gefordert wird). Nachdem 2009 87.000 aus Österreich abwanderten (sowohl Personen mit und ohne österreichischer Staatsbürgerschaft), würde das jährlich einen starken Rückgang der österreichischen Bevölkerung bedeuten, weil ja nicht einmal die Geburtenrate dazu ausreichend ist, dass der Bevölkerungsstand gehalten werden kann. Was das für die Wirtschaft und den Wohlstand in Österreich bedeuten würde, kann man sich leicht ausmalen.

Quelle: Statistik Austria

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